Fair Trade mit Blick für den kleinsten Samen

PRESSEMITTEILUNG 26-05-2010:
Dänische Baumschule will die Aufmerksamkeit auf Georgien, das ärmste Land Europas, richten, wenn die World Fair Trade am 8. Mai vom Stapel läuft. Georgische Zapfenpflücker, die die Grundlage des Weihnachtsbaum-Milliardengeschäfts bilden, brauchen eine helfende Hand, unterstreicht Marianne Bols, Inhaberin einer Baumschule.

In den westlichen Ländern wird sich das Augenmerk am 8. Mai in besonderem Maße auf die Armut in Afrika, die Kinderarbeit in Fernost und kümmerliche Arbeitsbedingungen in Südamerika richten. Der Anlass ist die weltumspannende World Fair Trade, die die Aufmerksamkeit der Welt auf Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und Bekämpfung der Armut lenken soll. Laut der dänischen Baumschulinhaberin gibt es jedoch gute Gründe, dass wir in Europa unseren Blick auch auf unseren eigenen Hinterhof richten.

„So gut wie die gesamte europäische Weihnachtsbaumproduktion beruht auf Samen aus Georgien, dem ärmsten Land Europas. Die Arbeit beim Ernten der Samen erfolgt zum Teil in 30 m Höhe, wobei einheimische Zapfenpflücker ihr Leben aufs Spiel setzen“, sagt Marianne Bols, Inhaberin der Bols Forstplanteskole in Brædstrup. Dabei weist sie darauf hin, dass im Laufe der Jahre mehrere georgische Zapfenpflücker ums Leben gekommen sind, ohne dass dies Aufmerksamkeit erregt hätte.

Faire Töne von Katie Melua
Seit 2007 engagiert sich die Baumschule in Mitteljütland daher in Fair Trade Denmark und hat in diesem Rahmen ein Konzept namens Fair Trees für die Saatgut- und Weihnachtsbaumproduktion geschaffen. Das Ziel sind Produktion und Vertrieb von Weihnachtsbäumen, die europäische Familien guten Gewissens zu sich nach Hause ins Wohnzimmer holen können.

„Im Zuge von Fair Trade haben wir Standardverfahren für die laufende Beschäftigung von georgischen Zapfenpflückern eingeführt. Alle werden registriert, es wird eine Versicherung für sie abgeschlossen, und sie erhalten einen Lehrgang im Gebrauch von Sicherheitsmitteln“, berichtet Marianne Bols.

Obwohl es noch über ein halbes Jahr dauert, bevor wir wieder den Weihnachtsbaum schmücken, meint die Baumschulinhaberin, dass wir es nicht versäumen dürfen, auf der World Trade Fair  die Aufmerksamkeit auch auf Georgien zu richten.

„Die Arbeitsbedingungen der georgischen Zapfenpflücker sind natürlich das eine. Etwas anderes ist, dass wir es hier mit einem Land zu tun haben, das unter großer Armut und Entvölkerung leidet. Es ist notwendig, dass wir etwas für die Bildung und die Optimierung der Arbeitsbedingungen tun“, sagt Marianne Bols.

Die berühmte georgische Sängerin Katie Melua, die Fair Trees in ihrem Heimatland offiziell unterstützt, gastiert am 1. Juli in Dänemark, wo sie im Fünischen Dorf in Odense auftritt. Marianne Bols hofft, dass der Besuch des georgischen Weltstars die Aufmerksamkeit noch stärker auf das vergessene Land lenkt. Die Aussaat der georgischen Weihnachtsbaumsamen findet im Übrigen gerade jetzt statt.

Weitere Informationen auf Anfrage bei:
Marianne Bols, Mail: mb@bolsforst.dk, Tel. +45 75 76 00 43, www.bolsforst.dk, www.fairtrees.dk